Devisenmärkte

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US-Dollar: US-Arbeitsmarktbericht am 4. April im Fokus

Donald Trump hat dem US-Dollar einen Bärendienst erwiesen. Die jüngste Zollkeule des US-Präsidenten könnte sich für die US-Wirtschaft als Bumerang erweisen und die ohnehin schon bestehenden US-Rezessionsgefahren weiter verstärken. Nun rückt am 4. April der offizielle US-Arbeitsmarktbericht in den Fokus. Wir rechnen hier nach einem Jobplus von 151.000 im Februar nur noch mit einem Plus von 100.000, womit wir skeptischer sind als der Markt (plus 135.000). Der Dollar droht weiter an Wert zu verlieren.

Euro vs. US-Dollar
Pro US-Dollar Contra US-Dollar
US-Rezessionsängste verringern sich
EWU-Wirtschaft wächst starker als erwartet
Geopolitische Krisen nehmen an Brisanz zu
Geopolitische Unsicherheiten verringern sich
Fed senkt den Leitzins weniger stark als die EZB
EZB beendet Zinszyklus früher als erwartet

Kursverlauf und -erwartungen Euro-Dollar

Die Einführung der US-Zölle dürfte die europäische Wirtschaft zunächst belas­ten. Die geplanten enormen Investitionspakete in Europa, insbesondere in Deutschland, dürften ab 2026 für einen deutlichen Wachstums­impuls sorgen.

 

Angesichts der von uns unterstellten Anhebung der US-Zölle und deren Aus­wirk­ungen auf die EWU-Konjunktur sehen wir auf Dreimonatssicht Korrektur­potenzial (1,04 US-Dollar). Auf Sicht von sechs bis zwölf Monaten dürfte sich der Konjunkturausblick hierzulande aufhellen und dem Euro Auftrieb geben.  

  02.04.2025
+3 Monate
+6 Monate +12 Monate
EUR-USD 1,086
1,04 1,07 1,10
Quellen: FactSet, DZ BANK

Japanischer Yen

Die Chancen, dass die Bank von Japan (BoJ) ihre Leitzinsen schneller als erwartet erhöhen könnte, sind erneut gestiegen, was der Yen zu schätzen weiß. So lässt das Protokoll zur letzten BoJ-Sitzung deutlich hawkishe Tendenzen erkennen: Robuste Lohnerhöhungen und anhaltend starker Preisdruck vor allem bei Lebens­mitteln seien Ausdruck einer sich selbst tragenden Inflation. Wären Trump und seine Zolldroh­ungen nicht, wäre die März-Zinsentscheidung anders ausgefallen.

Euro vs Japanischer Yen

Kursverlauf und -erwartungen Euro-Yen

Zweifel am Trump-Trade begünstigen derzeit die marktseitige Neubeurteilung der japanischen Geldpolitik und setzen Impulse zugunsten des Yen. Die Kor­re­lation von Dollar-Yen zu den Renditen für US-Staatsanleihen ist ex­trem hoch. Die Aussicht auf steigende US-Renditen sollte Dollar-Yen korrigieren lassen.

  02.04.2025
+3 Monate
+6 Monate +12 Monate
EUR-JPY
162,55
156
155
154
Quellen: LSEG, DZ BANK

Britisches Pfund

Obwohl Großbritannien ein Handelsbilanzdefizit gegenüber den USA aufweist, hat Trump Großbritannien wie andere Länder mit Zollandrohungen konfrontiert und das Vereinigte Königreich am 2. April mit einem allerdings moderateren, 10%-Zoll versehen. Dies kommt eher überraschend, hatte sich doch zuvor der britische Premierminister Starmer für ein Wirtschaftsabkommen beider Länder ausgesprochen.

Britisches Pfund

Kursverlauf und -erwartungen Euro-Pfund

Der Euro-Pfund-Kurs hat sich in den vergangenen Tagen oberhalb von rund 0,83 Pfund weitgehend seitwärts entwickelt. Während der weiterhin bestehende Zinsvorteil Großbritanniens dem Pfund in die Karten spielt, wirkt die Konjunktur­schwäche tendenziell belastet auf die britische Devise.

  02.04.2025
+3 Monate
+6 Monate +12 Monate
EUR-GBP
0,837 0,82
0,83
0,85
Quellen: FactSet, DZ BANK

Schweizer Franken

Nachdem der Euro beflügelt von dem geschnürten Finanzpaket in Deutschland auch gegenüber dem Franken aufgewertet hat, wobei auch ein gewachsener Rendite­abstand zwischen den Bund-Renditen und den schweizerischen Anleihen ausschlag­gebend war, bewegt Euro-Franken sich wieder oberhalb der Marke von 0,95 Fran­ken seitwärts. Die Geopolitik (Ukraine-Krieg) und der globale Zollstreit sind hier als Einflussfaktoren zu nennen.

Schweizer Franken

Kursverlauf und -erwartungen Euro-Franken

Euro-Franken-Kurse unter der Parität haben sich etabliert. Der Franken profitiert immer wieder temporär als Safe Haven, aktuell führen die Hoffnungen auf ein Ende des Kriegs in der Ukraine zu (unseres Erachtens verfrühter) Erleichterung.

 

Auch wenn noch etwas Luft nach unten für die SNB-Leitzinsen ist, ist die Wahr­scheinlichkeit für eine weitere Absenkung des Zinsniveaus zuletzt gesunken. Die SNB dürfte die Auswirkungen des globalen Zollstreits auf Inflation und Wachstum sowie die Entwicklungen am (deutschen) Rentenmarkt beobachten.

 

Aufgrund anhaltender Inflationsdivergenzen sinkt der faire Euro-Franken-Kurs laut Kaufkraftparität, er liegt bei nur 0,96 Franken.

  02.04.2025
+3 Monate
+6 Monate +12 Monate
EUR-CHF
0,958 0,95 0,95 0,95
Quellen: FactSet, DZ BANK

Anlagemöglichkeiten:

Die Karten am Devisenmarkt wurden im März neu gemischt. Der Euro kann aus eigener Kraft Stärke entwickeln. In diesem Umfeld sind Pfund-Anleihen attraktiv.